Hausmittel gegen Erkältung

Hausmittel gegen Erkältung hatte bereits meine Oma immer zur Hand. Der Hals kratzt, die Ohren fangen an weh zu tun, der Husten krächzt, alles arbeitet auf eine tüchtige Erkältung hin. Wer will sich schon mit all diesen Dingen quälen. Also greifen Viele zu einer tüchtigen Portion Chemie, um recht bald wieder auf die Beine zu kommen. Doch unsere Omas kannten diese chemischen „Keulen“ nicht und mussten sich irgendwie auch helfen. Und so nahmen sie Hilfe aus der Natur in Anspruch.

 

  • Hausmittel: Aus Zwiebeln und Zucker Zwiebelsaft herstellen
  • Hausmittel: geriebene Äpfel gegen Durchfall
  • Hausmittel: Aus Kartoffeln Kartoffelwickel machen

Diese drei (Zwiebel, Apfel, Kartoffel), die normalerweise Jeder zu jeder Zeit im Haushalt hat, vollbringen wahre Wunder!

Was sind Hausmittel?

Laut Wikipedia sind Hausmittel einfache häusliche Mittel und Maßnahmen zur Selbstmedikation, die unter anderem privat, oft familiär oder auch in Ratgebern überliefert werden.

Warum hat der Trend auf ein altbewährtes Hausmittel wieder zugenommen?

Oft möchte man nicht sofort zum Arzt laufen und sich im Wartezimmer die noch fehlenden Bakterien und Viren holen. Aber wir haben Beschwerden und fühlen uns in unserer Gesundheit beeinträchtigt. Und da fallen uns die Mittelchen ein, die unsere Omas oder Mütter bei uns angewandt hatten, als wir krank waren. Was kann es schaden, sie einmal auszuprobieren? Sie sind preiswerter als oftmals der Gang zur Apotheke, wo wir das Meiste teuer bezahlen müssen.

Daher möchte ich euch einige der wichtigsten Hausmittel aus Omas Zeiten vorstellen

Als erstes weise ich darauf hin, dass man bei Verschlechterung seiner Krankheit sofort einen Arzt aufsuchen sollte, denn eine Lungenentzündung oder schwerwiegende Erkrankungen habe ich noch nicht mit einem Hausmittel in den Griff bekommen und auch erst gar nicht probiert.

Zwiebelsaft (gegen Reizhusten, festsitzenden Schleim, Lösen des Hustens)

Aus Zwiebeln und Zucker Zwiebelsaft herstellen

Hausmittel Zwiebeln für Zwiebelsaft

Eine Zwiebel wird in Scheiben oder Würfel geschnitten. Dann kommt hiervon in ein Glas eine Schicht Zwiebel, darüber eine Schicht Zucker, wieder eine Schicht Zwiebel… bis das Glas voll ist. Das Glas wird mit einem Tellerchen abgedeckt und an einem warmen Ort platziert. Schon nach ein bis zwei Stunden hat sich ein Zwiebel-Zucker-Saft gebildet. Hiervon kann man über den Tag verteilt als Erwachsener etwa 2 Esslöffel und als Kind 2 Teelöffel einnehmen (ich persönlich habe auch mehr davon eingenommen). Der Geschmack ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, der Zwiebelsaft jedoch in der Wirkung wie ein natürliches Antibiotikum. Meine Erfahrung reicht über vier Generationen zurück: Meine Oma gab ihre Erfahrung an meine Mutter weiter, die mich damit behandelte und ich den Zwiebelsaft meinen Kindern einflößte mit deren Kommentar …Igitt dieser eklige Zwiebelsaft und bei den ersten Anzeichen eines Hustens diesen für meinen Mann und mich sofort ansetze. Und trotz des damaligen Widerwillens meiner Kinder haben sie dieses Hausmittel beibehalten und übernommen.

Zwiebelsäckchen (bei Ohrenschmerzen)

Zwiebeln werden fein gehackt und in ein Mulltuch legen. Dieses leicht erhitzen und auf das schmerzende Ohr legen (am besten sogar über Nacht dort belassen). Bitte darauf achten, dass das Zwiebelsäckchen nicht zu heiß ist, um Verbrennungen am Ohr zu verhindern. Die ätherischen Öle der Zwiebel gelangen auf diese Weise in das Ohr und führen zur Schmerzlinderung. Tagsüber sollte man diese Zwiebelsäckchen immer wieder erneuern und mehrmals auf das Ohr legen. Bei meinen Kindern hat diese Methode immer geholfen. Verschwindet der Schmerz allerdings nicht und wird auch noch von hohem Fieber begleitet, so muss man den Arzt aufsuchen.

Kartoffelwickel (gegen Halsschmerzen)

Aus Kartoffeln Kartoffelwickel machen

Hausmittel: Kartoffeln für Kartoffelwickel

Man kocht ungeschälte Kartoffeln und zerdrückt diese, wobei sich am besten hierfür mehlig kochende Kartoffelsorten eignen. Dann füllt man diese Masse in ein Baumwolltuch. Hierbei sollte man auf die Temperatur der Kartoffeln achten, damit man sich nicht verbrennt. Diesen Kartoffelwickel um den Hals legen und mit einem Handtuch umwickeln, so dass die Wärme gespeichert wird. Dieser Kartoffelwickel wirkt schmerzlindernd und hält die Wärme. Auch kann man ihn bei trockenem Husten auf die Brust legen, wo er ebenfalls als Wärmespeicher wirkt und dabei hilft, die Krankheitserreger abzutransportieren. Der Kartoffelwickel kann so lange am Hals oder auf der Brust belassen werden bis er an Wärme verloren hat, längstens jedoch eine Stunde und mindestens 15 Minuten. Da meine Kinder sehr oft Halsschmerzen hatten, habe ich gerade diese Halswickel oft mit gutem Erfolg angewandt.

Hühnersuppe (schmeckt nicht nur sehr gut, sondern hilft als Allrounder bei Erkrankungen der oberen Atemwege)

Hühnersuppe ist nicht nur ein altes Hausmittel, sondern basiert sogar auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Man stelle eine Hühnersuppe her aus einem Hühnchen, Zwiebeln, Gemüse (hierbei unbedingt mit verwenden Möhren, Zwiebeln und Sellerie), Kartoffeln oder Reis und schmeckt mit frischer Petersilie ab.

Wirkung:
  • Schwellungen und Entzündungen der oberen Atemwege werden gelöst.
  • Ein Stoff, der im Hühnchen enthalten ist, stärkt die Immunabwehr, so dass man wieder schneller auf die „Beine“ kommt.
  • Die heiße Suppe sagt den Viren dem Kampf an, da diese keine Hitze vertragen und sich weniger schnell ausbreiten können.
  • Der Dampf der Hühnersuppe steigt in unsere Nase und befeuchtet die Schleimhäute, so dass das Sekret besser abfließen kann.

 

Nasenkanne (bei verstopfter Nase)

Nasenkanne mit Salzwasser gegen verstopfte Nase

Hausmittel: Nasenkanne mit Salz

Aus etwa 1000 ml Wasser und ca. 8 g Salz bereitet man ein Sole-Wasser her. Dieses füllt man in eine Nasenkanne. Während man das leicht lauwarme Wasser mittels der Nasenkanne in das eine Nasenloch laufen lässt, läuft es aus dem anderen wieder hinaus und transportiert dabei Krankheitserreger mit ab. Auch werden die Schleimhäute befeuchtet und die Nase wird freier. Auf diese Nasenkanne schwört besonders mein Mann und beim geringsten Anzeichen einer Erkältung ist sie bei ihm auch schon in Einsatz.

Wadenwickel (zur Senkung von Fieber)

Hierzu mache ich ein wenig Essig in kaltes (nicht eisgekühltes) Wasser, tauche einen Wickel (zum Beispiel Handtuch) hinein und umwickele damit beide Waden. Diese Anwendung immer im Liegen machen und nicht umherlaufen. Nach etwa 15 bis 20 Minuten kann der Wickel gewechselt werden. Länger als 45 Minuten sollte dieses Verfahren jedoch nicht erfolgen. Bitte auch aufpassen. Wenn Jemand bereits friert oder kalte Füße oder Beine hat, kommen diese Wickel nicht in Frage. Ist das Fieber höher als 39.5°C habe ich immer den Arzt konsultiert und würde das auch so empfehlen. Ansonsten konnte ich das Fieber immer um 2 oder 3 Grad senken. Bei Kleinkindern sollte das Wasser Zimmertemperatur aufweisen.

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Hausmittel: Wasserflasche und Teebeutel

Trinken ist bei jeder Erkältung das O und A

Egal ob man Wasser oder Tee mit einer kleinen Prise Salz trinkt, in jedem Fall muss man seine verlorenen Elektrolyte ausgleichen. Gerade in der kalten und nassen Jahreszeit sind unsere Schleimhäute durch die Heizungsluft stark ausgetrocknet. Der Weg für Bakterien und Viren ist frei und sie können sich in unserem Körper breit machen. Um es ihnen zu erschwerden, sollte man viel trinken und die Schleimhäute befeuchten, um den Unholden diese Eintrittspforte zu verschließen. Hat sich die Erkältung aber schon einmal ausgebreitet, hilft das Trinken, denn Stress (Erkältung) und Kälte bewirken eine Vermehrung der Bakerien und Viren. Dem kann genügende Flüssigkeitszufuhr entgegenwirken.

Äpfel (gegen Durchfall)

geriebene Äpfel gegen Durchfall

Hausmittel: Äpfel

Ein sehr wirkungsvolles Hausmittel gegen Durchfall ist der Apfel. Täglich ein verzehrter Apfel erspart nicht nur den Gang zum Arzt, so eine Überlieferung. Nein, ein Apfel stoppt auch den Durchfall. Allerdings muss der Apfel mit der Schale gerieben werden. So setzt er das in ihm enthaltene Pektin frei, welches im Darm aufquillt und die Flüssigkeit bindet. Diesen Apfelbrei so lange stehen lassen, bis der Apfel eine bräunliche Farbe angenommen hat. Dann kann er verzehrt werden und hat seine optimale Wirkung erreicht. Alternativ kann man auch zerdrückte Bananen verwenden, die ebenfalls Pektin enthalten. Ich allerdings habe immer die Methode des Apfels bevorzugt.

Ölziehen (Entgiftung des Körpers und Stärkung des Abwehrsystems)

Ölziehen heißt nicht, dass ich Öl trinke, sondern dieses schlürfe und im Mund behalte. Hierzu verwendet man nur hochwertige Öle, um den besten Effekt zu erzielen. Ölziehen ist ein Hausmittel, wird jedoch nur zwei Mal im Jahr durchgeführt, um seinen Organismus zu stärken und zu entgiften. Dabei wirkt das Öl auf bestimmte Bereiche unseres Körpers positiv, was man in meinem Bericht über das Ölziehen mit Fandler Ölen nachlesen kann.

Fazit für die Hausmittel aus Omas Zeiten:

Es gibt unendlich viele Hausmittel, mit denen man seine Beschwerden sehr gut behandeln kann. Da wir gerade die Zeit der Schnupfen- und Erkältungszeit haben, beschränke ich mich auf die Hausmittel, die hier wirken. Alle die von mir beschriebenen Mittel wurden mir von meiner Oma oder meiner Mutter übergeben und erfolgreich bei meinen Kindern und uns angewendet. Natürlich muss man bei akuter Verschlechterung einer Krankheit einen Arzt konsultieren. Allerdings können diese Hausmittel auch zusätzlich zum Arztbesuch ihren Nutzen bringen und unterstützend angewendet werden. Persönlich schwöre ich auf Omas Hausmittel und wende sie gern und mit Erfolg an. Bei schweren Erkrankungen bleibt allerdings auch mir der Weg zum Arzt nicht erspart und ich unterstütze dann seine Therapie mit meinen Hausmitteln.

 

„Werbung“ persönlicher Erfahrungsbericht

    17 comments

    1. Sina

      Ich danke Ihnen für den interessanten Beitrag. Gerade jetzt in der Erkältungszeit sollte man wieder seine alten Hausmittel bereit legen. Ich trinke immer gerne Tees. Meist kommt es dann erst gar nicht zur Erkältung.
      Mit besten Grüßen,
      Sina

      • sabinetopf

        Hallo liebe Anna,

        da gebe ich dir total recht. Ich habe von meinen Eltern noch ‚zig solcher Hausmittelchen, die ich zuerst anwende.
        Allerdings musste auch ich heute zum Arzt, da half kein Hausmittel mehr. Ich erhielt eine tüchtige Portion eines starken Antibiotikums. Also so ganz ohne bin ich heute nicht davon gekommen – leider 🙂

        Liebe Grüße
        Sabine

    2. Mimi Sunshine

      Es geht doch nichts über Omas Hausmittelchen. Den Zwiebelsaft kenne ich und habe ihn erfolgreich auch selber verwendet. Genau so wie das Wadenwickeln. Aber die Tipps mit dem Kartoffelbrei bei Halsschmerzen oder Apfel bei Durchfall kannte ich noch nicht und werden in Zukunft (aber hoffentlich nicht so bald) zum Einsatz kommen. Danke für diese Tipps 🙂

      Liebe Grüße
      Mimi

      • sabinetopf

        Ich versuche es immer, erst die Beschwerden so in den Griff zu bekommen. Wenn das nicht so klappt, habe ich sie auf jeden Fall gelindert. Schön, dass ich dir so noch ein paar Tipps geben konnte.

        Liebe Grüße und noch einen schönen restlichen Sonntag

        Sabine

    3. Sandra Dietzel

      Ui einiges wusste ich nicht. Danke für die Tipps. Leider kann ich mich mit Zwiebeln nicht anfreunden, aber es gibt ja noch Alternativen.
      Liebste Grüße

      • sabinetopf

        Hallo liebe Sandra,

        dass ich nun Juchhuuu rufe bei Zwiebelsaft, kann ich auch nicht bestätigen. Aber da er wirklich hilft, schlucke ich ihn einfach: Zäpfchen zurückklappen, runter mit dem Saft und gleich etwas nachtrinken … lach
        Dann klappt das uch 🙂

        LG Sabine

      • sabinetopf

        Hallo Tanja,

        ich bin dabei und mache es schon. Allerdings muss auch ich bei den richtig schlimmen Sachen zum Arzt – und das ist auch richtig so.

        Liebe Grüße
        Sabine

    4. Tati

      Huhu Sabine,

      einfach nur klasse. Ich habe die Tage noch einen Bericht über die guten alten Hausmittel gesehen. Es ist doch immer wieder faszinierend, wie viele gute Mittel die Natur doch bereithält. 🙂

      Vielen Dank für den anschaulichen und informativen Beitrag!

      Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße – Tati

      • sabinetopf

        Hallo Tanja,

        meine Eltern hatten viele solcher Mittelchen und meist haben sie super angeschlagen.

        Ich lehne ja auch keine Medikamente ab. Nur wo man sie durch etwas Natürliches ersetzen kann, sollte man das auch tun.

        Viele Grüße und schön, dass dir der Bericht gefallen hat.

        Sabine

    5. Maria Weber

      Hallo Sabine,

      Zwiebelsaft ist einfach nur scheußlich 🙁 *igit – *bäh ich musste das mal als Kind trinken … nie nie wieder 🙁

      Viele Grüße
      Maria

      • sabinetopf

        Das weiß ich. Aber heißt es nicht auch: Was helfen soll, schmeckt bitter ? … lach

        Unsere Kinder mochten ihn auch nicht und haben den Zwiebelsaft doch mit in ihre Familien übernommen.

        Liebe Grüße
        Sabine

      • sabinetopf

        Hahaha, Romy Klasse – geht uns wohl allen so. Meine Kinder haben sich damals mit Händen und Füßen gegen diesen Saft gewehrt und heute machen sie ihn auch selbst.

        Und ganz ehrlich. Unbedingt schmecken tut er ja wirklich nicht, er hilft halt sehr gut.

        Liebe Grüße
        Sabine

      • sabinetopf

        Mir geht es ja genauso. Meine Mutti hat sie bei mir damals angewendet und ich habe sie dann übernommen 🙂

        Liebe Grüße und auch ein tolles Wochenende.

        Sabine

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